Peter Z. Herzog, Hammam/Bathcare/Psycho/Cosmology, Galerie Susanna Kulli, Zürich

Pressetext zur Aussstellung von

Peter Z. Herzog

27. August bis 15. Oktober 2009

Vernissage: Mittwoch, 26. August 17 – 20 h

In der Galerie Susanna Kulli, Dienerstrasse 21, CH-8004 Zürich

Tel. 043 243 33 34, Fax 043 243 33 35, www.susannakulli.ch

Öffnungszeiten: Di - Fr 13-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr

Längere Aufenthalte führten Peter Z. Herzog, 1950 in Basel geboren, in Zürich lebend,  nach Paris, Wien und Berlin. 2005 wurde ihm der renommierte Kunstpreis des Kantons Zürich überreicht. Eine ebenso verdiente wie überraschende Auszeichnung für einen stillen Denker und reflektierten Zeitgenossen, der sich bis heute dem Mainstream verwehrt und dem Schnelllebigen abschwört.

Peter Z. Herzogs Schaffen verarbeitet nicht nur Gegenstände aus dem post-modernen Alltag (mitsamt seinen politischen Implikationen), sondern auch Elemente aus fremdkulturellen Überlieferungen und der Historie. Gerne sprengt er dabei ihre Formen ins Amorphe und operiert im Unvorhersehbaren, im Originalen.

"'Hammam'/'Bathcare'/'Psycho'/Kosmologie" - so Herzogs Überschrift für den Entwurf zu der aktuellen Ausstellung in der Galerie Susanna Kulli.

Herzog ist ein Spezialist des Wiederverwertens und der damit verbundenen Neukontextualisierung von Materialien. "Mich interessiert es nicht, ein ästhetisches Vergnügen auf die Spitze zu treiben. Ich bin an kulturübergreifenden Kontexten interessiert."

Diese von Herzog in einem in der Galerie Susanna Kulli geführten Künstlergespräch mit Stefan Banz gemachte Aussage verweist auf die von ihm fokussierten mannigfaltigen Wechselwirkungen innerhalb des Makrokosmos. Die von Herzog geschaffenen künstlerischen Bewusstseinserweiterungszonen sind zugleich "individuell, turbulent [und] explosiv" (Herzog). Ganze Assoziationsknäuel lassen sich vor seinen Arbeiten entspinnen.

Eine Armee von leeren Duschmittelbehältern tänzelt auf blauem Klebeband entlang der Wände; drei gelbe Duschvorhänge geben einzig den Blick auf drei schwarze Löcher frei und verlocken zum Aufziehen. Die Duschmittelbehälter können als in den Medien immer häufiger genannte, von Terroristen verwendete Bombengefässe verstanden werden und regen, ausgehend von der Schaumgeburt der Venus, zugleich zu einem Einordnen in kunsthistorische Traditionsstränge an. Die Vorhänge wiederum spielen mit den fliessenden Übergängen von Innen und Aussen, von Unbewusstem und Bewusstem.

Oft wird in Bezug auf Herzog der von Deleuze und Guattari geprägte Begriff der <<rhizomatischen Strukturen>> aufgegriffen. So ist denn auch kein hierarchisches Wachsen, sondern ein wildes Wuchern mit unzähmbaren Querverbindungen charakteristisch für seine Arbeiten. Es verwundert nicht, dass er Hieronymus Boschs 'Garten der Lüste' mit dessen "ausufernder Heterothematizität" (Herzog) als Inspirationsquelle nennt.

Neben dem Ungestümen ist jedoch auch eine poetische Komponente im Gefüge von Farbe und Form bezeichnend. Schwarz bezeichnet Herzog als "Entität, bzw. 'Erscheinung' die alle 'übrigen' Farben verschluckt", während Gelb die "Farbe der >Kommunikation< und des >Wahnsinns< (Van Gogh!)" sei. Gegensätze steigern bekanntlich die Wirkung und so wird der Betrachter zuerst unwiderstehlich vom dunklen Sog angezogen, um schliesslich – auf sich selbst zurückgeworfen - einen intensiven Prozess des Befragens dieses komplexen Ensembles zu starten.

Die Zürcher Galerien – Saisoneröffnung 26./27./28. August 2009 / www.dzg.ch

 Zürich Aussersihl / Gemeinsame Vernissage Mittwoch 26.08, 17 – 20 h / ab 20 Uhr Fest in der Kanzleihalle am Helvetiaplatz

 

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